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Bericht Bezirkstag 2023

Eine gehörige Portion Sitzfleisch wurde den Teilnehmern des diesjährigen Tischtennis-Bezirkstags abverlangt, in knapp vier Stunden wurde auf Vergangenes zurückgeblickt und für die Zukunft geplant. Andreas Kopp (SV Rohrau), seit fünf Jahren Bezirksvorsitzender und Mannschaftssport-Ressortleiter Leon Diehl (SV Leonberg/Eltingen) führten durch die Sitzung, aus der es – bezogen auf den Spielbetrieb – diverse Neuerungen gibt. Das Wichtigste: Die Teilnahme am Bezirkspokal ist zukünftig nicht mehr verpflichtend und die Sollstärke der Ligen auf Bezirksebene wird in einem ersten Schritt von zehn auf neun Mannschaften reduziert.

Die Oberjesingerin Jacqueline Pirk berichtete von einer positiven Entwicklung im Mannschaftsspielbetrieb. So konnte zuletzt im Verband ein leichtes Plus von 71 Mannschaften verzeichnet werden. Eines der wichtigsten Themen ist weiterhin die Sportentwicklung und Mitgliedergewinnung. Jacqueline Pirk berichtet, dass zuletzt circa 1100 (!) neue Mitglieder aus dem Bereich des Gesundheitssports (speziell Parkinson) begrüßt werden konnten. Mehr Zuspruch erhoffte sich der Verband vom neuen Sportentwicklungsprojekt „TTBW2023“. Die Vizepräsidentin appelliert an die Vereine, die zur Verfügung stehenden Geldquellen zu nutzen und Aktionen im Bereich der Sportentwicklung aufzusetzen.

Andreas Kopp brachte das vom Verband Tischtennis Baden-Württemberg (TTBW) angedachte Bezirksreformprojekt ins Gespräch, hielt den Ball aber erst einmal flach. Von der kommenden Strukturreform, die eine Reduzierung der derzeit 21 Bezirke auf 15 oder gar nur zwölf Bezirke vorsieht, würde die mittlere und untere Ebene nicht „signifikant betroffen“ sein. Mit der Reduzierung der Bezirke werde das Ziel verfolgt, Synergien zu nutzen und vor allem administrative Tätigkeiten zu bündeln. Die Bezirksvorsitzenden sprachen sich zuletzt einhellig für die Reform aus, das Projekt selbst, so Kopp, befände sich noch in der Startphase. Bereits erarbeitete Modelle lassen derweil erkennen, dass der Bezirk Böblingen zukünftig mit dem Bezirk Schwarzwald oder mit dem Bezirk Stuttgart zusammengelegt werden könnte.

Verbandsseitig beschäftigt man sich derzeit zudem mit der Thematik, die Größe der Herrenteams von sechs auf vier Spieler zu reduzieren. Ein Vorgang, der in anderen Verbänden, beispielsweise in Bayern, bereits abgeschlossen wurde. Im Laufe des Jahres wird von TTBW eine Vereinsumfrage initiiert, um die Meinung der Basis einzuholen.

Ende des Vorjahres bilanzierte der Bezirk Böblingen nach einer Normalisierung des Spielbetriebs mit einem Minus von knapp 2800 Euro, was bei den Verantwortlichen angesichts vorhandener Rücklagen noch keine Alarmglocken schrillen lässt. Andreas Kopp: „Im laufenden Jahr dürfte sich das Defizit aufgrund des eingeführten Bezirkstrainings mit qualifizierten Trainern noch etwas erhöhen.“

Der Bezirksausschuss wurde einstimmig für zwei weitere Jahre gewählt: Andreas Kopp als Bezirksvorsitzender (SV Rohrau), Charly Koch als Stellvertreter (TTV Gärtringen), Ressortleiter Finanzen ist Jürgen Kersten (TT Deufringen-Aidlingen), seine Stellvertreterin Elisabeth Kersten (TT Deufringen-Aidlingen), Ressortleiter Mannschaftssport ist Leon Diehl (SV Leonberg/Eltingen), Ressortleiter Einzelsport ist Jürgen Nüssle (TSV Kuppingen) Ressortleiter Senioren ist Gerd Arnold (SV Böblingen), Ressortleiter Öffentlichkeitsarbeit ist Thomas Holzapfel (TTV Gärtringen), Ressortleiter Neue Medien ist Jochen Kugler (VfL Herrenberg).

In der am 16. September beginnenden Spielzeit 2023/24 gehen in den neun Bezirksspielklassen (bisher zehn) im Erwachsenenbereich 80 Mannschaften ins Rennen. In der Kreisliga B wird weiterhin nur noch in einer Gruppe gespielt, statt drei gibt es nur noch zwei Kreisklassen.

Ab der kommenden Saison 2023/2024 wird der Teilnehmerkreis im Pokalwettbewerb der Damen erweitert. Zukünftig nehmen Teams bis zur Landesliga (bisher Landesklasse) am Pokalwettbewerb teil. Dem Antrag der Spvgg. Weil der Stadt auf freiwillige Teilnahme aller Erwachsenenteams am Pokalwettbewerb wurde einstimmig stattgegeben.

Mit drei Gegenstimmen wurde dem Antrag auf Reduzierung der Sollstärke in den Herren-Spielklassen von zehn auf neun Mannschaften zugestimmt, demzufolge kommt es nunmehr in der Bezirksklasse und der Kreisliga A zu einem verschärften Abstieg. Leon Diehl: „Die enorm hohe Anzahl an Ersatzkräften lässt den Schluss zu, dass immer mehr Mannschaften mit dem eng getakteten Rahmenterminplan zu kämpfen haben und generell zu wenig Spieler haben. Der Mitgliederschwund der letzten Jahre und Probleme vieler bei der Einhaltung von verpflichtenden Terminen erschweren die Situation.“

Leon Diehl legte den Mehrwert dar, die durch eine Verkleinerung der Ligen einhergehen. So hätten die Vereine mehr Zeit, sich um Sportentwicklungsmaßnahmen zu kümmern. Eine kleinere Liga verringere das Leistungsgefälle, mehr Spielraum im Rahmenterminplan ermögliche leichtere Spielverlegungen. Skeptisch äußerte sich Markus Brenner (Tischtennis Mötzingen), der bei geringerer Sollstärke keine positiven Veränderungen auf die Vereine zukommen sieht.

Rolf Gfrörer bemängelte die Situation bei der Handhabung von Spielgemeinschaften. Auf Bezirksebene im Erwachsenenbereich sind SGs zugelassen, in den Verbandsspielklassen jedoch nicht. Auf seinen Verein TT Deufringen/Aidlingen könnte im Erfolgsfall (Aufstieg von Bezirksliga in die Landesklasse) ein Problem zukommen. Zudem sei es laut Rolf Gfrörer unverständlich, dass auf unterster Ebene bei den Damen (die Landesklasse ist eine Verbandsspielklasse) keine Spielgemeinschaften erlaubt sind. Auch in den Seniorenligen auf Bezirksebene wäre es sinnvoll.

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Heute ist Sonntag, 23. Juni 2024

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