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Aus der Szene / Spielerwechsel 2022

Im Vergleich zu den beiden Vorjahren, als sich das Spielerkarussell – mitten in der Pandemie – deutlich langsamer drehte, wurde nun zum offiziellen Wechseltermin wieder eine deutlich steigende Anzahl an wechselwilligen Spielerinnen und Spielern registriert. Waren es zur Vorrunde der nunmehr abgelaufenen Saison 28 Tischtennis-Cracks, die den Verein wechselten, sind es nun im Bezirk Böblingen mit 52 deutlich mehr.

Einige stechen dabei besonders ins Auge. Frauen-Bundesligist SV Böblingen muss zukünftig auf die Dienste von Abwehrspielerin Rosalia „Rosi“ Behringer verzichten. Auf Grund ihrer zweiten Schwangerschaft kam sie in der vergangenen Saison nicht zum Einsatz. Da ihr Ehemann Daniel Behringer nun als Landestrainer beim Niedersächsischen Tischtennisverband in Hannover anheuert, zieht es sie sportlich zum Zweitliga-Vizemeister TuS Uentrop. Auf der Suche nach einer Ergänzungsspielerin ist die SVB bei Charlotte Bardsley fündig geworden. Die 19-jährige Engländerin, die aus der Nähe von Birmingham stammt, kam 2020 zum bayerischen Zweitligisten TTC Langweid, in der Saison 2021/2022 bilanzierte sie am Spitzenpaarkreuz mit einer guten 12:6-Quote. SVB-Manager Frank Tartsch: „Charlotte beginnt im September ein Studium. Da sie noch nicht weiß, inwieweit sie das beanspruchen wird, passt die Rolle der Ergänzungsspielerin für sie sehr gut.“

Seit längerem bekannt ist der Wechsel von Böblingens Alexandra Kaufmann zum benachbarten VfL Sindelfingen. Dem Drittligisten will sie – zusammen mit den weiteren Neuzugängen Anastassiya Lavrova (aus Jena) und Victoria Merz (TSG 1845 Heilbronn) – zu einer sorgenfreien Saison verhelfen. Zudem will sich Kaufmann verstärkt der Trainerarbeit widmen.

Mit Dragutin Surbek kann Regionalliga-Vizemeister TSV Kuppingen mit einem namhaften Neuzugang aufwarten. Dessen Vater mit gleichem Namen gehörte als „Tiger von Zagreb“ in den 1970er und 1980er Jahren zu den besten der Welt, wurde mehrfacher Europameister und im Doppel zwei Mal Weltmeister. Auch der Sohnemann ist in Deutschland keine unbekannte Größe, unter anderem spielte der heute 44-jährige für den TTC Frickenhausen in der ersten Liga. Zur kommenden Saison will der Kroate versuchen, den Kuppinger Traum vom Aufstieg in die dritte Bundesliga wahrwerden zu lassen. Parallel wird er weiterhin als Trainer der kroatischen Damen-Nationalmannschaft tätig sein. Quasi auf den letzten Drücker realisierte Manager Werner Schäffer den Transfer von Mazhar Yousefi. Genauso wie sein Landsmann Mohammadali Rouintanesfahani, der im letzten Jahr den Weg ins Gäu fand, wohnt der Iraner in Budapest und trainiert dort mit der ungarischen Nationalmannschaft. Zuletzt spielte er in der slowakischen Super League beim Meister SK Vydrany. „Vornehmlich haben wir Mazhar für das vordere Paarkreuz der zweiten Mannschaft geholt, er kann aber fraglos auch in der Regionalliga bestehen“, sagt Werner Schäffer. Mit der hinzu gewonnenen Flexibilität strebt der TSV Spitzenplätze in der Regionalliga, der Verbandsoberliga und mit der dritten Mannschaft in der Landesklasse an. Bereits seit längerem bekannt ist der Wechsel des Öschelbronners Michael Engelhardt zurück zum TTC Bietigheim-Bissingen.

Die mit Abstand meisten Veränderungen gab es in Sindelfingen mit neun Zugängen (!) und drei Abgängen zu verzeichnen. Während die Männer I in der Verbandsoberliga in nahezu unveränderter Formation in die neue Spielzeit gehen, bleibt in der zweiten Mannschaft kaum ein Stein auf dem anderen. Keine unbekannte Größe ist Herman Hopman, der früher auch schon mal in der Bundesliga spielte. Inzwischen 68 Jahre alt, brach der langjährige Gerlinger nunmehr zu neuen Ufern auf. Er verstärkt genauso den VfL II wie Martin Herm (36, SpVgg Ottenau), Thomas Bossmann (48, TSV Musberg) und Glenn Frey (24), der nach elf Jahren beim TTV Gärtringen seiner Schwester Alina zum VfL folgte. Zurück an alte Wirkungsstätten ging es hingegen für Rainer Stolz, der nunmehr wieder in Rohrau in der Bezirksliga anheuert, und Tim Werum, der nach Gärtringen zurückkehrt.

Apropos TTV Gärtringen: Der Verbandsliga-Aufsteiger präsentiert mit Justin Kühne eine Verstärkung für das Spitzenpaarkreuz. Der 19-jährige absolvierte seine ersten Ballwechsel in Mühringen, war danach zwei Jahre lang für den VfL Herrenberg auch auf überregionaler Ebene im Einzelsport erfolgreich und spielte die letzten drei (zum Teil abgebrochenen) Spielzeiten beim TSV Kuppingen. 

Verbandsliga-Vizemeister VfL Herrenberg konnte zuletzt mit Alexander Frank eine neue Nummer eins präsentieren. Der 35-jährige, der mit seiner Familie in Mönchberg wohnt, wurde vor wenigen Tagen von seinen alten Teamkollegen vom DJK Sportbund Stuttgart herzlich verabschiedet. Da war von einer „Sportbund-Legende“ die Rede, und von „Mr. Zuverlässig“. Dies deshalb, weil Alexander Frank in den 18 Jahren beim Sportbund nur zwei Mal fehlte. Ganz so oft will er in Herrenberg wohl nicht spielen. Hinter Alexander Frank steht der 13-jährige Mahmoud El Haj Ibrahim in der Aufstellung, der sich trotz einiger Anfragen für einen Verbleib im Gäu entschied. In den Bezirksspielklassen bekommt der VfL Herrenberg Verstärkung von Sascha Müller (23, vom A-Ligisten TSV Gomaringen) und Bernd Schreiner vom VfL Stammheim.

Im Lager der SV Böblingen freut man sich über die Rückkehr von Luis Hornstein, der nach einer Stippvisite beim Oberligisten VfL Kirchheim nun dafür sorgen könnte, dass die SVB-Erste in der Verbandsliga eine noch bessere Rolle spielt. Die Mühringer Youngsters Niclas und Silas Schurr verstärken derweil den großen Jugendkader der SVB.

Des einen Freud – des andern Leid. Richtig Zulauf bekam die SpVgg Weil der Stadt, die nun problemlos eine weitere Mannschaft im Spielbetrieb melden kann. Mit Ralf Michaelis, Niklas Spinner, Jan Heinzelmann und Andreas Zierer kommen dabei gleich vier Akteure vom TSV Grafenau. Vorausgegangen war in Grafenau der Abschied von Jan-Philipp Nuber (studienbedingt nach Konstanz) und Matthias Dimmroth (zurück nach Warmbronn). „Der Rest der Bezirksliga-Mannschaft sagte dann, dass man nicht mit so viel Ersatzleuten an den Start gehen will“, sagt Niklas Spinner, „eher wollen wir nochmal oben angreifen, solang wir noch das entsprechende Alter haben.“ Mangels sportlicher Perspektiven entschied er sich mit Ralf Michaelis und Jan Heinzelmann für einen Wechsel in die Keplerstadt. In Weil der Stadt freut man sich zudem auf Simon Raußmüller (SV Böblingen), der mittelfristig wieder voll einsteigen will. „In der neuen Saison werden mir mit fünf Mannschaften im Herrenbereich ins Rennen gehen“, sagt Weil der Stadts Abteilungsleiter Thomas Verleih.

Unwiderruflich mit dem Namen Haag verband man in den letzten Jahrzehnten den VfL Oberjettingen. Diese Episode wurde nun beendet, sowohl Traugott Haag als auch seinen Sohn Stefan zog es nun zum Bezirksklassen-Nachbarn nach Mötzingen.

Der Aufbau der neuen Tischtennisabteilung in Affstätt machte sich nun auch in der Wechselliste bemerkbar, sechs weitere Spieler haben nun die offizielle Spielberechtigung für den neuen Gäuverein. Mit Oliver Hack, Abteilungsleiter Ronnie Lang, Stefanos Lang und Andreas Wunsch kommen vier davon vom SV Gültlingen, der seine Mannschaften zuletzt aus dem Spielbetrieb abmeldete. Außerdem wechselten Patrick Buschek und Norbert Koritko vom TSV Kuppingen in den benachbarten Stadtteil. 

Bezirksintern wechselt außerdem Marcel Matteis (34) vom FSV Deufringen zu Bezirksklasse-Mitkonkurrent Tischtennis Schönbuch.

Datum

Heute ist Donnerstag, 7. Juli 2022

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