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Bericht Bezirksmeisterschaften Aktive am 09./10.11.2019

Mit seinen erst zwölf Jahren sorgte der Böblinger Pascal Timke bei den diesjährigen Bezirksmeisterschaften der Erwachsenen für Aufsehen. Mit drei Medaillengewinnen avancierte das Nachwuchstalent der SVB zum erfolgreichsten Spieler der drei Turniertage von Schönaich. Bezirksmeister in den Königsklassen wurden Alexandra Kaufmann und Luis Hornstein, beide ebenfalls von der SV Böblingen. Sehenswerter Tischtennissport, garniert mit einer reibungslosen Turnierorganisation von den Tischtennisfreunden Schönaich – die diesjährigen Bezirkstitelkämpfe der Damen, Herren und erstmals auch Senioren ließen nur wenig Wünsche offen. „Was die Teilnehmeranzahl angeht, war allerdings noch Luft nach oben, vor allem im weiblichen Bereich“, sagte Turnierleiter Simon Ulmer, der zusammen mit Peter Entzminger, Jonas Schilling und weiteren Mitgliedern des Schönaicher Tischtennisvereins für einen reibungslosen Ablauf des Mammutturniers sorgte. Dennoch konnten, zusammen mit den wieder ins Leben gerufenen Seniorenmeisterschaften, 180 Meldungen entgegengenommen werden.

Neben Youngster Pascal Timke (Klasse B) war es der Herrenberger Mateo Prömmel in der Herren-E-Klasse, der sich die Goldmedaille gleich zwei Mal ans Revers heften durfte. Überhaupt erwies sich vor zwei Jahren die Einführung des Herren E-Wettbewerbs für Spieler mit relativ niedrigem Rankingwert (bis 1200 Punkte) als richtige Entscheidung. Positiv war auch das Feedback hinsichtlich der geschaffenen Möglichkeit, aktuelle Ergebnisse topaktuell im Internet abfragen zu können. Zudem bewährte es sich, die Auslosung erst unmittelbar vor Beginn des jeweiligen Wettbewerbs durchzuführen, um für kurzfristige Absagen gewappnet zu sein. Auch in den anderen Aufgabenbereichen wie dem Catering oder dem Tischauf- und abbau griff bei den Schönaichern ein Rädchen ins andere.

Im Vergleich zu den letzten Titelkämpfen in Grafenau wurden die zu ermittelnden Podestplätze wieder gut verteilt, erneut fanden sich achtzehn Vereine im Medaillenspiegel wieder. Besonders emsig sammelten die SV Böblingen (5 x Gold, 2 x Silber, 4 x Bronze) und der VfL Herrenberg (4/3/3) Medaillen, die insgesamt sechs Einzel-Bezirksmeister wurden dabei von diesen beiden Großvereinen gestellt. 

Im überschaubaren Damen-S/A-Wettbewerb mit lediglich sieben Teilnehmerinnen (die Damen-B-Konkurrenz fand gar nicht statt) führte erwartungsgemäß kein Weg an Böblingens Alexandra Kaufmann vorbei. Die 17-jährige Spielerin aus dem Bundesligakader der SVB gab lediglich im Endspiel gegen Sindelfingens Alina Frey einen Satz ab, gewann nach einem leichten Fehlstart dann aber noch souverän mit 6:11, 11:4, 11:4 und 11:5. Im Doppel landeten Alina Frey und ihre Aidlinger Partnerin Anke Stahl ganz vorne, im Finale setzten sie sich in vier Sätzen gegen die Sindelfinger Formation Elisabeth Kronich/Le Ai Trinh Tran durch.

 

Sichtlich überrascht war Luis Hornstein vom Böblinger Verbandsklasse-Team, dass es mit der erfolgreichen Titelverteidigung im Herren-S/A-Wettbewerb klappte. „Ich hab eigentlich damit gerechnet, dass ich im Viertelfinale gegen den Herrenberger Max Hering rausfliege, da er die letzten Male gegen mich immer sehr souverän gewonnen hat“, so der 21-jährige Defensivkünstler, der sich bei diesem Turnier als Meister der Aufholjagden erwies. Gegen Max Hering wandelte er im ersten Satz einen 6:9-Rückstand noch in einen Satzgewinn um und gegen dessen Vereinskollegen Domenico Sanfilippo, Bezirksmeister des Jahres 2016, machte er gleich zwei Mal 3:7-Rückstände wett. Mit Andrew Schönhaar wartete dann im Endspiel der dritte Herrenberger auf Luis Hornstein. „Das Endspiel war echt ein heißer Kampf, bei dem ich von unserem Trainer Thomas Stegemann hervorragend gecoacht wurde“, sagte Hornstein, der als Karlsruher Student derzeit zwei Mal in der Woche trainiert. Das enge Finale gewann er mit 11:8, 8:11, 11:9 und 11:9. Die entgangene Goldmedaille schnappte sich Andrew Schönhaar dann im Doppel, zusammen mit Max Hering setzte er sich – nicht ganz unerwartet - gegen das Youngsterduo Jan Thomas Kronich/Pascal Timke (SV Leonberg/Eltingen / SV Böblingen) durch, wobei die beiden jungen Kontrahenten viel Widerstand leisteten.

 

Apropos Pascal Timke: Der 12-jährige war am Schönaicher Wochenende im Dauereinsatz, am dritten Turniertag nahm er auch in der Herren-B-Konkurrenz teil, die er dann richtig aufmischte. Als Gruppensieger nahm der agile Allrounder, der sowohl im Angriffs- als auch im Abwehrmodus agieren kann, in den KO-Runden richtig Fahrt auf und marschierte ohne Satzverlust ins Halbfinale, wo er sich im Böblinger Vereinsduell gegen den auch erst 13-jährigen Florian Lukas knapp in fünf Sätzen durchsetzte. Im sehenswerten Endspiel behielt er gegen den Herrenberger Damir Stefanac mit 11:5, 10:12, 11:7 und 11:9 die Oberhand. Damir Stefanac haderte dabei mit den vergebenen Chancen: „Den vierten Satz hätte ich gewinnen müssen, aber beim Stand von 9:9 verschoss ich zwei Elfmeter“, sagte der Silbermedaillengewinner, der dennoch von einem verdienten Erfolg seines jungen Kontrahenten sprach. Auch im Doppel war Pascal Timke nicht zu bremsen, zusammen mit Florian Lukas setzte er sich im Endspiel gegen die Grafenauer Links-Rechts-Kombination Ralf Michaelis/Niklas Spinner durch, die bei der letzten Austragung 2017 das Turnier gewann.

 

Auch bei den Herren C kam der Bezirksmeister aus dem Lager der SV Böblingen. Der 23-jährige Jahn Su, Punktegarant bei den Böblinger Männern IV in der Kreisliga A, marschierte recht humorlos bis ins Halbfinale, in dem er gegen den Höfinger Robin Köstlmeier dann aber beim 3:2-Erfolg (nach 1:2-Satzrückstand) gefordert war. Zwei hartumkämpfte Sätze entschied er dann im Endspiel gegen den Sindelfinger Wolfgang Bradfisch zu seinen Gunsten, so dass der Weg für den Titelgewinn geebnet war (5:11, 13:11, 11:2 und 13:11). Die Renninger Achim Gerken und Markus Steppe hielten sich in der Doppelkonkurrenz schadlos, nach vier Sätzen waren sie gegen Felix Seitz/Pong Yeung (TSV Kuppingen/SV Leonberg/Eltingen) obenauf.

 

Die Herren D- und E-Wettbewerbe wurden von Spielern des VfL Herrenberg dominiert. Mit seinen erst 16 Jahren stand Gabriel Peters ganz oben auf dem Treppchen. Mussten auf dem Weg ins Finale einige Hürden überwunden werden, ließ er im Endspiel gegen den Sindelfinger Jonas Scardanzan nicht allzuviel anbrennen und gewann glatt in drei Sätzen. Arnd Jocher und Michael Reim von der SpVgg Weil der Stadt sicherten sich den Gewinn des Doppelturniers, nachdem sie im Halbfinale einen 0:2-Satzrückstand gegen die Mötzinger Alexander Hauser/Markus Jungherz aufholten und sich im Finale gegen die Grafenauer Thomas Kornberger/Ekrem Yurdakul durchsetzten (11:7, 11:9, 6:11, 11:9).

 

Der nach TTR-Punkten topgesetzte Mateo Prömmel wurde seiner Favoritenrolle bei den Herren E gerecht, der Herrenberger hatte auf dem Weg ins Endspiel wenig Mühe mit der Konkurrenz. Erst das Finale gegen Andreas Maurer (Tischtenis Schönbuch) ging über die volle Distanz. Nachdem die ersten beiden Sätze mit 11:7 und 11:9 an den Schönbuchspieler gingen, drehte Prömmel den Spieß noch um (11:8, 11:6, 11:6). Zusammen mit seinem Vereinskameraden Philipp Karges war Mateo Prömmel auch im Doppel nicht zu bezwingen, die Gebersheimer-Kuppinger Formation Frank Escher/Benjamin Vincon musste dies beim 0:3 neidlos anerkennen.

 

Auf Initiative des Bezirksseniorenwarts Gerd Arnold erlebte der Seniorenwettbewerb bereits am Freitagabend eine Wiederauferstehung. Dabei wurde nach dem Schweizer System gespielt. Zu Beginn wird eine Anzahl an zu spielenden Runden festgelegt. Die Spielpaarungen werden vor jeder neuen Runde von der Turniersoftware neu gebildet, wobei die Anzahl der bisherigen Siege berücksichtigt wird. Nach zwei bis drei Runden ist davon auszugehen, dass jeder etwa gleichstarke Gegner vor sich hat und am Ende eine recht  eindeutige Ranglistenreihenfolge steht. Basierend auf den Endplatzierungen wurde dann die Medaillenvergabe in den einzelnen Altersklassen vorgenommen. Senioren-Bezirksmeister wurden die Oberjettinger Ralf Knöbl (Altersklasse 40) und Traugott Haag (AK 60) sowie Thomas Winter (VfL Sindelfingen, AK 50) und Horst Grünewald (SV Rohrau, AK 70). 

Schönaichs Vorstandsvorsitzender Heinz Ulmer, seit 1972 im Verein an vorderster Front tätig, konnte sich während der drei Turniertage auf seine Mitglieder verlassen. „Wir haben im Vorfeld des Turniers unsere Plattenputzete vorgenommen, außerdem die Netze und Umrandungen wieder auf Vordermann gebracht“, sagte der 78-jährige, der plant, die fünfzig Ehrenamtsjahre als Vorsitzender bei den TTF Schönaich noch voll zu machen.

Datum

Heute ist Dienstag, 10. Dezember 2019

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