Suche

Bericht Bezirksmeisterschaften Aktive am 12./13.11.2016

Eine reibungslose Organisation, sehenswerter Tischtennissport – aber nur sehr wenig Teilnehmer. Einzig die Melderesonanz bei den diesjährigen Bezirksmeisterschaften der Damen und Herren ließ bei der veranstaltenden SpVgg Weil der Stadt diverse Sorgenfalten aufkommen. Aus sportlicher Sicht waren es der Herrenberger Domenico Sanfilippo und die Böblingerin Sarah Wagner, die die jeweilige Königsklasse für sich entschieden. Sarah Wagner war dann auch die einzige, die gleich zwei Titel einheimsen konnte.

„Gegen den demographischen Wandel kann man sicherlich nichts machen“, sagte Turnierorganisator Thomas Verleih (SpVgg Weil der Stadt), als das Thema auf die geringe Resonanz bei den diesjährigen Bezirksmeisterschaften fiel. Lediglich 130 Damen und Herren nahmen diesmal bei den Bezirkstitelkämpfen teil, im Vorjahr waren es noch 169. Und Verleih versuchte Lösungsansätze zu finden. „Man muss in den Vereinen und Verbänden Ideen entwickeln, wie man die Sportart noch attraktiver gestalten kann. Der Tischtennissport muss vom immer kleiner werdenden Kuchen einfach mehr abbekommen“. Gerade in puncto Breitensport sieht Verleih hier schon allgemein positive Tendenzen, doch was den Amateur- oder Leistungssport angeht, gäbe es noch viel zu tun. Verleih: „Viele Leute sagen beispielsweise, dass sie zu alt sind und nicht mehr an Bezirksmeisterschaften teilnehmen möchten. Für mich ist das kein valides Argument.“

Verglichen zum eigenen, alljährlich ausgetragenen Zweier-Mannschaftsturnier wurde die Tischtennisabteilung in Weil der Stadt bei den Bezirksmeisterschaften organisatorisch nicht sonderlich gefordert, „nichtsdestotrotz muss natürlich auch ein solches Zweitagesturnier erst einmal geschultert werden“ (Verleih). Der Abteilungschef konnte auf ein eingespieltes Team zählen. Die Turnierleitung wurde von Jörg Rappold, Steffen Helwing, Laurenz Müller und Martin Haug gestemmt. Und auch in den anderen Aufgabenbereichen griff ein Rädchen ins andere. Positiv kam an, dass die Auslosung erst unmittelbar vor Beginn des jeweiligen Wettbewerbs durchgeführt wurde. Eine Aktion, die durchaus Schule machen könnte, um auch noch kurzfristig eingehende Anmeldungen berücksichtigen zu können.

Gut verteilt wurden in diesem Jahr die zu vergebenen Medaillen. Mit drei Gold- und einer Bronzemedaille war diesmal (recht überraschend) der TSV Grafenau im Medaillenspiegel ganz oben anzutreffen. Grafenaus Spielleiter Klaus Beschorner: „Das hat es schon lange nicht mehr gegeben.“ Die gastgebende SpVgg Weil der Stadt ergatterte die größte Anzahl an Medaillen (1/2/7) vor der meldefreudigen TTG Leonberg/Eltingen (1/2/4). Erfreulich war die Tatsache, dass die Medaillen nicht nur unter wenigen Vereinen aufgeteilt wurden, sondern dass sich gleich fünfzehn Vereine in den Medaillenspiegel eintrugen.

Da sich mit Sarah Wagner von der SV Böblingen nur eine Spielerin für den Damen S/A-Wettbewerb anmeldete, wurden die beiden Damenkonkurrenzen zusammengefasst. In Abwesenheit zahlreicher Regionalliga- und Oberligaspielerinnen, die teilweise zeitgleich für ihre Vereine auf Punktejagd gingen, konnte sich Sarah Wagner recht mühelos der Konkurrenz erwehren. Ohne Satzverlust holte sich die Böblinger Landesligaspielerin den Einzeltitel. Im Doppel mit Partnerin Tamara Papadopoulos (TSV Grafenau) galt es im Halbfinale die eine oder andere kritische Phase zu überstehen, im Endspiel war man dann aber gegen Laura Streit/Diana Jocher (SpVgg Weil der Stadt) in drei Sätzen obenauf.

In der Herren-Königsklasse, dem S/A-Wettbewerb, lief für einige hoch gehandelte Spieler nicht alles nach Wunsch. In einer sehr starken Vorrundengruppe musste Gärtringens Tomislav Konjuh frühzeitig passen, dem Herrenberger Max Hering wurde seine Auftaktniederlage gegen den Bezirksvorsitzenden Günter Hauser (Tischtennis Mötzingen) in der Vorrunde zum Verhängnis. Von Runde zu Runde kam dann Domenico Sanfilippo, Spitzenspieler von Landesligist VfL Herrenberg, immer besser in Fahrt. Sowohl im Halbfinale gegen Daniel Bacher (VfL Sindelfingen) als auch im sehenswerten Endspiel gegen Jens Seidel (TTG Leonberg/Eltingen) blieb der Herrenberger Neuzugang ohne Satzverlust. In der Doppelkonkurrenz rehabilitierte sich Tomislav Konjuh für sein frühzeitiges Aus im Einzel, zusammen mit Partner Andrew Schönhaar (VfL Herrenberg) gelang die erfolgreiche Titelverteidigung mit einem glatten 11:6, 11:4 und 11:1 im Finale gegen Sanfilippo/Hering.

Ginge es allein nach der Setzliste und den Punkten im Tischtennisranking (TTR), hätte Grafenaus Kreisligaspieler Ralf Michaelis im Wettbewerb Herren-B lediglich zum erweiterten Favoritenkreis gezählt. Der Linkshänder marschierte jedoch in recht eindrucksvoller Manier durch das Turnier. Als Gruppenzweiter in die KO-Runde gekommen, schaffte Michaelis mit zwei Viersatzsiegen den Sprung ins Finale. In diesem befand er sich gegen Kuppingens Bastian Schäffer bereits auf der Verliererstraße, doch er bog den 0:2-Satzrückstand noch um und gewann mit 11:5, 11:7 und 11:6 zur Überraschung vieler das Turnier. Für den Kuppinger gab es doch noch Grund zum Jubeln, das Doppelendspiel mit Partner Patrick Hassler gewann er in fünf Sätzen gegen Stefan Luu/Philipp Kratschmer (TTG Leonberg/Eltingen). 

Auch Rohraus Kreisligaspieler Rainer Stolz hatten im C-Wettbewerb nicht alle auf der Rechnung. Doch der Routinier ließ sich nur in der Vorrunde einmal bezwingen. Im Viertelfinale musste Stolz gegen den Deufringer Thomas Mayer im Duell zweier Materialspieler noch einmal eine heikle Situation überwinden, doch mit zwei Viersatzerfolgen über Matthias Dimmroth (SpVgg Warmbronn) und im Endspiel gegen den Böblinger Johannes Zimmermann holte er sich zu seiner großen Freude den Bezirksmeistertitel. Im Doppel waren die Grafenauer Niklas Spinner und Jan Heinzelmann nicht zu bezwingen.

Die Spieler der TTG Leonberg/Eltingen dominierten den Herren-D-Wettbewerb, gleich drei Spieler des Vereins standen im Halbfinale. Dominik Kastner war am Ende der beste, glatt in drei Sätzen gewann er gegen Werner Thoma (TSV Kuppingen). Arnd Jocher und Michael Reim (SpVgg Weil der Stadt) holten sich als topgesetztes Doppel nicht ganz unerwartet den Titel.

Stieß der Wettbewerb im gemischten Doppel im letzten Jahr noch auf große Beliebtheit, so gingen diesmal nur acht Formationen (Vorjahr 17) an den Start. Regionalligaspielerin Alina Frey vom VfL Sindelfingen und Partner Tim Holzapfel von Landesligist TTV Gärtringen wurden dabei ihrer Favoritenrolle gerecht, im Endspiel setzten sie sich in vier Sätzen gegen die Vorjahressieger Sarah Wagner/Markus Mezger durch.

Datum

Heute ist Samstag, 25. September 2021

Besucherstatistik

Heute6
Gestern24
Insgesamt82545